Kommandant

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Geschätzte Kameradinnen, geschätzte Kameraden

In den letzten Wochen war in der Presse über einen Notarzt in Bayern zu lesen, der im Anschluss an eine Einsatzfahrt zu einem Kleinkind, welches zu ersticken drohte, wegen „Raserei“ angezeigt wurde. Nach einem Überholmanöver hatten sich zwei Autofahrer bedrängt gefühlt und den Notarzt angezeigt. Der Fall löste im Internet eine grosse Welle der Solidarität mit dem Angezeigten aus. Unterdessen wurde der Strafbefehl durch die Staatsanwaltschaft zurückgezogen.

Der Fall macht einmal mehr deutlich, wie exponiert wir auf Einsatzfahrten mit Sondersignal sind. Obwohl jeder in der Fahrschule lernt, wie man sich gegenüber Einsatzfahrzeugen, welche mit Blaulicht und Sirene unterwegs sind, zu verhalten hat, müssen wir stets mit Verkehrsteilnehmenden rechnen, die unkontrolliert reagieren – und sich dann zum Beispiel bedrängt fühlen. Und sollte es dann noch zu einem Unfall kommen, haben alle verloren: der Autofahrer, der Retter und vor allem die Person in Not, welche auf Hilfe wartet!

Denken wir deshalb stets daran, wenn wir auf dem Weg zum Einsatzort auf das Gaspedal drücken: Ankommen ist das Ziel! In diesem Sinn wünsche ich allzeit sorgfältige, verantwortungsvolle und unfallfreie Einsatzfahrten.

Claudio Mignot
Kommandant